Vorwort:

Hier aufgeführte Erfahrungsberichte sind keine Werbung. Es werden persönliche Meinungen/Erfahrungen wiedergegeben und auch keine Empfehlungen ausgesprochen oder Links genannt. Wer mehr über die Eigenschaften und Bezugsquellen erfahren möchte, kann eine Suchmaschine bemühen oder die Tester direkt befragen.

Nachrüstsatz Pendix eDrive (Elektrosystem/Pedelec)
Erfahrungsbericht von Volker Schulz

Ende April 2017 wurde der Pendix eDrive Nachrüstsatz, ein deutsches Produkt, in das Fahrrad eingebaut.

Intension: Es wurde nach Alternativen gesucht, die den alltäglichen Pendlereinsatz im Ort auch bei Schlechtwetter stress- und schweißfreier bestreiten lassen und dabei auf das Nachrüstsystem System Pendix eDrive gestoßen.

Erste Erfahrungen:
Die technischen Daten, Preise und Systemfotos sind auf der Webseite von Pendix zu finden und werden hier nicht weiter ausgeführt. Im Erfahrungsbericht kommt der 300Wh Akku zum Einsatz.
Im ersten Quartal diesen Jahres stellte Pendix auch einen 500Wh Akku vor.

Den Einbau nehmen wegen der Produkthaftung nur autorisierte Fahrradwerkstätten vor. Der Einbausatz wird auch nur direkt dorthin versendet. Zu finden war eine solche Werkstatt bei einem ADFC  Kollegen an der Ostseeküste in der Nähe der Insel Poel, der Liegeräder vertreibt. Sein zweiter eDrive Einbau, wie er mir berichtete. Mit einer Stunde geplant, hat es dann doch ca. 1,5 Stunden gebraucht bis das System eingebaut war. Nach einer kurzen Einfahrrunde zum Justieren des Systems, erst einmal ein Schreck. Das System schien nicht rund zu laufen. Eine weitere Runde um die Häuser, anfangs ohne, dann mit Unterstützung und es lief sich ein. Scheinbar war doch alles passend. Nur die Kette sollte erneuert werden, so der Rat des Fachmanns (wurde bereits zeitnah nachgeholt).

Zum Fahrrad, weil das ebenfalls eine Rolle im Gesamtsystem spielt: es ist ein 28er Herrentourenrad mit einer Rohloff-Nabenschaltung.
Vorab des Einbaus eine Mail an Pendix gesendet mit der Befürchtung, dass die offenliegenden Teile der Elektronik bei abgenommenem Akku des während der Arbeitszeit leider ungeschützt im freien abgestellten Fahrrades, bei Regen auf Dauer in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Leider zunächst keine Antwort bekommen. Das mag an einem Serverproblem im Mailausgang bei mir gelegen haben. Die Antwort von Pendix folgte später (s.u.)*. Also erst einmal auf Verdacht selbst geholfen.
In einer „Bastelstunde“ wurde aus einer Tupperschale eine Abdeckung (s. unteres Bild) gefertigt, die mit einem starken Gummi versehen nach Abnehmen des Akkus schnell über die sichtbaren Anschlussteile der Elektronik geschoben und wieder abgenommen werden kann und so vor Regen schützt. Ein weiterer Vorteil: die Elektronik fällt damit kaum auf und man kann es für eine normale Trinkflaschenhalterung ansehen.

Das Design gefällt, allerdings lässt die Schlagfestigkeit des schwarzen Lackes zu wünschen übrig, wie nach kurzem Einsatz und etwas weniger Lack auf dem rechtem Pedalarm bemerkt wurde.
Im Gesamtgewicht (Fahrrad+Fahrer, Zubehör, wie stabiles Fahrradschloss, Fahrradtasche mit Regenzeug etc. sowie Pendixsystem) müssen gut 110 kg bewegt werden, je nach Tascheninhalt auch mehr. Täglich zur Arbeit und zurück sind es insgesamt 13 km (lt. GPS). Im flachen Norden wurde bisher hauptsächlich im Ecomodus gefahren. Der Sportmodus wurde lediglich auf einem leichten ca. 300 Meter langem Anstieg, der stadteinwärts zu bewältigen ist, eingeschaltet oder auch mal beim Sprint, um noch die grüne Ampelphase auszunutzen.
Der Ecomodus unterstützt bereits spürbar. Im Zusammenspiel mit der Rohloffschaltung haben sich die Gänge 8-11 als die effektivsten herausgestellt, mit dem wohl besten Drehzahl-Verhältnis des Hinterrades, an dem der Sensor die Umdrehungen misst und an die Elektronik im Akku weitergibt. Das Hinterrad braucht gefühlte 2-3 Umdrehungen bis spürbar die Unterstützung anspricht. Es hat also keine Anfahrhilfe. Auch ein Display gibt es nicht. Hin und wieder spüre ich ein kurzes Nachschieben des Systems vor einem Stopp.
Die Farben eines LED Ringes am Akku sollen die Reichweite wiedergeben und dienen als Richtwerte für die verbleibende Akkukapazität im Ampelfarbenmodus. Die Farben gehen nach und nach ineinander über, nach ersten Akkuladungen nach rund 20 Kilometern im Echtbetrieb im Ecomodus ins Gelb. Den Idealfall der Bedingungen für maximale angegebene Akkuleistung wird es m.E. im täglichen Gebrauch nicht geben. Also spielt Gewicht und Wetter neben der Streckenbeschaffenheit eine große Rolle. Schon Gegenwind bedeutet sicher mehr Akkuverbrauch. Der Akku wurde bisher noch nicht leer gefahren. Nach drei  Tagesfahrten zum Dienst und zurück mit etwas Umweg schaltete der Akku  nach rund 40 km vom gelben in den orangen Bereich. Zur 4. Abfahrt ist dann auch das Ladegerät mein Begleiter. Seltsam: am Abend den Akku mit gelber LED abgenommen, beim Anstecken am nächsten Morgen dann leuchtet Orange am LED Ring. Auch wenn Pendix die Bedienung des Modusschalters am Akku beim Fahren nicht empfiehlt (Sicherheitsgründe), ist das Ein-, Aus- und Umschalten ergonomisch während der Fahrt gut machbar.
Nach jeweils insgesamt rund 50 km ging der Akku bisher ans Netz. Rein rechnerisch und mit den bisherigen Erfahrungen sollten noch gut weitere 10 km mehr an Strecke drin sein.
Die Durchschnittsgeschwindigkeit über die Fahrstrecke zur Arbeit beläuft sich mit Unterstützung auf 20-22 km/h . Der Reifendruck hat Maximalwert, um auch die Rollwiderstände, der auf  Touren ausgelegten Markenreifen, so gering wie möglich zu halten. Auch die Bremsen wurden nachjustiert. Bei den erhöhten Geschwindigkeiten wichtig, um immer sicher zum Stehen zu kommen!! Der Fahrradhelm ist sowieso mein ständiger Begleiter auf Tour.

Persönliches Fazit bis hierher: nicht nur bei Gegenwind den Rückenwind zugeschaltet, kommt man wesentlich entspannter am Ziel an. Der „Spaßfaktor“ in anderen Modi (Smart/Sport) wurde besonders an Anstiegen getestet. Diese schieben das Rad beeindruckend bergan.  Für mich ein ideales „Dienstfahrzeug“ zum täglichen Pendeln bei fast jedem Wetter. Auch stärkerer Wind schreckt nicht mehr ab. Anfahrhilfe und Display vermisse ich nicht. Auf pendlertaugliche mindestens 50 Kilometer Reichweite im Ecomodus ist Verlass, Reserven wurden noch nicht ausgetestet.
Das Fahrradschloss, welches sonst den Platz einnahm, wurde im Rahmen an die gegenüberliegende Strebe unter dem Sattelrohr versetzt. Eine Trinkflasche muss, wenn benötigt, nun in der Fahrradtasche Platz finden. In Kürze wird das „Insect“ der Fahrradjäger als Diebstahlschutz dazukommen. Dann wird auch das Schloss weichen und in der Tasche seinen Platz finden müssen.  Der Preis des Pendix- eDrive relativiert sich im Verhältnis zu einem guten Pedelec aus dem Fachhandel, zumal ein solches mit Rohloffnabe kaum unter 3500,- bis 4000,- Euro zu haben sein dürfte.

(Fortsetzung des Berichtes ggf. nach weiteren „Kilometer-Erfahrungen“.)

*nachdem ich auch Pendix den Bericht zur Verfügung gestellt habe, kam folgende schnelle Antwort:
„Wir freuen uns sehr, dass das Fazit so gut ausgefallen ist und Sie mit dem Pendix eDrive zufrieden sind. Die Abdeckung haben Sie sehr schön erstellt, ist aber generell nicht notwendig. Die Kontakte sind aus Gold und Silber. Hier besteht ein Korrosionsschutz.

Falls doch Wasser reinkommt, läuft dies einfach ab.“

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RAINKOMBI
von Volker Schulz

Eine Regenjacke wird in Sekunden zum Overall, so beschreibt es der Hersteller auf seiner Webseite. Wasserdicht und atmungsaktiv soll sie sein, die Regenkombination „RAINKOMBI“.

Erfahrungen

Bestellung und Lieferung, direkt aus Österreich, gingen rasch vonstatten. Trotz eines stolzen Preises bestellt, wurde der Overall im ersten Einsatz getestet. Er kam in einem dicken A4-Briefumschlag, was auf das geniale Packmaß zurückzuführen ist. Somit ist gleich der entscheidende Vorteil genannt.
Um den Overall anzuziehen, heißt es auf der Webseite, man benötige nur 30 Sekunden. In der Praxis wurde gut eine Minute gebraucht, vom Abnehmen von der Garderobe (ausgepacktes Produkt/geöffnete Reißverschlüsse)  bis zum endgültigen Anziehen mit allen verschlossenen Reißverschlüssen und Laschen. Ist er klein verpackt, wird es vermutlich noch etwas länger dauern. Es bedarf des Trainings. Dieses wurde bereits vor dem ersten Outdooreinsatz auf dem Rad in der Stube durchgeführt.
Auf dem Fahrrad, bei feuchtem Wetter, der Regen hatte sich schon etwas zurückgezogen, der erste Test. Der Overall bietet ein angenehmes Tragegefühl, vorausgesetzt, auch drunter trägt man atmungsaktive Sachen.
Die Kombi kann auch ohne Beinteile getragen werden. Diese werden dann einfach innen per Druckknopf befestigt. Dann wird es ein Parka (designtechnisch mit einem kleinen „Entenschwanz“). Für Wanderer wohl ideal. Für das Fahrradfahren ist diese Variante nicht zu empfehlen, denn der Parka kann sich beim Absteigen am Sattel verhaken und damit ist ein Sturz nicht auszuschließen.
Mit dem Packmaß in gerolltem Zustand passt der Overall in jeden Rucksack. Das Gewicht ist ebenfalls gut tragbar. Ein weiterer Vorteil ist die Kapuze, die für das Helmtragen optimiert und an den Helm per Kordelzug anpassbar ist. Man kann den Overall sogar per Kordelzug taillieren. So sieht er auch schick aus. Das ist aber eine persönliche Meinung. Der Preis der Rainkombi ist vergleichbar mit einer hochwertigen Markenfunktionsjacke.

         Vorteile:

  • das Packmaß
  • wind- und wasserdicht
  • atmungsaktiv
  • für Helmträger optimierte Kapuze
  • der Hersteller verspricht für das Produkt „frei von Giftstoffen“,
  • wird in Europa hergestellt (und nicht in Asien!)
    Nachteile:
  • Das Anziehen braucht etwas Zeit (relativiert sich ggf. nach Training)
  • Es ist preislich kein Schnäppchen

Mein Fazit nach fast einjähriger Nutzung: ideales Konzept für jedes „Fahrrad-Wetter“. Hält was es verspricht.

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Fahrradhelm Penegal Bike Visior Slokker
v
on Volker Schulz

Er ist noch  nicht sehr lange auf dem Fahrradhelm-Markt. Fahrradhelme mit Sonnenvisier gibt es bereits von einigen Marken. Für Träger größerer Brillengestelle ist aber bisher kaum ein Visierhelm geeignet. Der Penegal ist ein Fahrradhelm, der besonders für Brillenträger geeignet sein soll. Dabei ist ein vergleichsweise großes Klarvisier angebracht, dass sich automatisch bei Sonneneinstrahlung verdunkelt.

Erfahrungen:

Das Erscheinungsbild des Helms hat etwas Visionäres und ist in erstem Moment gewöhnungsbedürftig. Bei den Passanten dürfte er auffallen. Verschiedene Farben bieten Auswahl. Er ist kein Leichtgewicht, ist auf dem Kopf aber dennoch keine wirkliche „Belastung“.
Unter allen Wetterbedingungen wurde der Helm ausprobiert. Der Klappmechanismus des Visiers ist simpel zu bedienen. Das Einrasten funktioniert hervorragend, sowohl beim Hoch- als auch beim Herunterklappen. Damit das Visier nicht auf den Wangen aufliegt, bedarf es einer genauen Einstellungsanpassung des Helmes. Das Visier verdunkelt kaum merklich und kaum von außen wahrnehmbar. Bereits nach ca. 30 Kilometern mit dem Helm kann eingeschätzt werden, er ist er ein ausreichender Blendschutz und ein sehr wahrnehmbarer Schutz vor Wind in den Augen.
Zur Erläuterung: bei dem Bild „Sicht mit Visier“, das dunklere Farben beweist, wurde dieses Freihand vor das Kameraobjektiv gehalten. So entstanden auch Spiegelungen.
Mittlerweile hat der Helm inkl. Visier auch im Ernstfall seine Stabilität bewiesen. Bei einem Sturz auf das Straßenpflaster blieb der Kopf nicht verschont. Eine Platzwunde über der Augenbraue musste genäht werden. Visier und Brille darunter blieben heil, bis auf Schrammen am Visier.
Größere Kopfverletzungen/Gehirnerschütterung konnten ausgeschlossen werden.

Vorteile:

  • großes Visier, das nicht nur vor Sonneneinstrahlung schützt sondern auch vor Wind und Insekten,
  • das Visier ist ein Klarvisier, das sich nur bei Sonneneinstrahlung „verdunkelt“, somit bei jedem Wetter zu gebrauchen ist
  • auch für Brillenträger mit größeren Brillenfassungen geeignet
  • es ist mit Schrauben außen am Helm befestigt und somit leicht abnehmbar, z.B. zum Reinigen

Nachteile:

  • der Helm ist preislich kein Schnäppchen
  • der Helm ist kein Leichtgewicht

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